4 Anzeichen, dass du eine Persephone bist

und was die Erde dir gerade schenkt

Es gibt diesen Moment im März, kurz nach Ostara, wo der Boden anfängt zu riechen. Noch nicht nach Blumen, die kommen erst noch. Zuerst riecht es nach Erde, nach dem was darunter war die ganze lange Zeit. Ich stehe dann meistens barfuß draußen (die Nachbarn haben sich daran gewöhnt) und denke, dass da irgendwas unterwegs ist.

Persephone ist unterwegs, ich spüre es jedes Jahr aufs Neue.

Den ganzen Winter hat sie in der Unterwelt regiert, vollständig und ganz bei sich, eine echte Königin. Jetzt steigt sie auf. Aber sie kommt nicht als die, die gegangen ist. Sie bringt etwas mit. Die Unterwelt klebt noch ein bisschen an ihr, dieses Wissen, das man nur bekommt wenn man wirklich unten war.

Ich habe in diesem Monat viel über die Verwaiste geschrieben, den Archetypus der weiß wie es sich anfühlt wenn der Boden wegfällt, der gelernt hat sich selbst zu halten weil niemand anderes da war. Heute möchte ich dir vier Anzeichen mitgeben, dass Persephone dein Archetypus sein könnte, und zu jedem Anzeichen eine Pflanze. Der März bietet uns gerade genau das an, was wir brauchen. Alles frisch, alles lebendig, direkt aus der Erde.

Du brauchst kein Kräuterwissen dafür. Nur eine Küche und die Bereitschaft, einmal anders durch den Wald zu gehen.

1. Du weißt, wie es sich anfühlt, gleichzeitig in zwei Welten zu leben

Persephone ist die einzige Göttin im griechischen Pantheon, die dauerhaft zwischen zwei Welten pendelt. Oben Licht, Frühling, Demeter, Erwartungen. Unten Dunkelheit, Stille, Tiefe, Macht. Sie gehört zu beiden und ist in keiner ganz zuhause.

Kennst du das? Dieses Gefühl, in einem Gespräch zu sitzen und gleichzeitig irgendwo ganz woanders zu sein, vollständig präsent auf zwei Ebenen gleichzeitig. Eine Ebene die funktioniert, lacht, antwortet, und darunter eine andere die beobachtet, spürt, verarbeitet. Manche nennen das Erschöpfung, aber ich würde es eher Persephone-Bewusstsein nennen (Alles eine Frage des Blickwinkels, oder ;)?).

Die Pflanze dazu: Efeu

Efeu wächst in alle Richtungen, nach oben, nach unten, ums Eck. Er braucht keine Sonne zum Überleben, aber er stirbt auch nicht im Licht. Er ist das Gewächs, das Übergänge kennt, Mauern, Bäume, die Grenze zwischen Garten und Wald. In der antiken Symbolik stand er für Unsterblichkeit und die Verbindung zwischen den Welten, kein Zufall, dass er auch bei Totenfeiern getragen wurde.

Efeu-Fußdampfbad für klare Gedanken (äußerliche Anwendung)

Efeu ist nicht zum Trinken, das ist wichtig. Als Dampfaufguss für die Füße hat er aber etwas Klares, fast Kühlendes, das sich wie ein Atemzug zwischen den Welten anfühlt.

Eine Handvoll frische Efeublätter in eine Schüssel geben, kochendes Wasser darüber, fünf Minuten warten. Dann die Füße über den Dampf halten, nicht rein, nur drüber. Dabei bewusst ein- und ausatmen. Oben und unten gleichzeitig spüren. Das Wasser trägt beides.

2. Du wurdest schon früh erwachsen, und weißt nicht genau wann das passiert ist

Persephone wird in vielen Versionen des Mythos als junges Mädchen (Kore) beschrieben, das Blumen sammelt. Und dann, Unterwelt. Kein langsames Erwachsenwerden, keine Vorbereitung, einfach plötzlich mittendrin in etwas Großem.

Ich habe das so viele Frauen beschreiben hören, diesen Moment irgendwo in der Kindheit oder Jugend, wo irgendetwas passierte und man es danach einfach wusste. Was genau? Schwer zu sagen. Aber man wusste, dass die Welt nicht so sicher ist wie behauptet, dass man aufpassen muss, dass man sich selbst halten muss.

Das ist Persephones Wissen, teuer erkauft, aber echt.

Die Pflanze dazu: Brennessel

Die Brennessel lässt dich nicht vergessen, dass sie da ist. Das ist ihr Ding. Sie wächst wild, schnell, überall wo sie nicht erwartet wird, an Wegrändern, in Mauerritzen, mitten im Hochbeet zwischen den Tomaten (frag mich nicht). Sie brennt, wenn man nicht aufpasst.

Gegessen ist sie aber eines der nährstoffreichsten Wildkräuter die es gibt. Eisen, Magnesium, Vitamin C. Die Brennessel ist die Pflanze, die sagt, dass sie sich schützt, aber alles gibt wenn du weißt wie du sie anfasst. Das ist Persephone und damit auch die Verwaiste, die gelernt hat sich selbst zu schützen.

Brennessel-Pesto (laktosefrei, vegan)

Für ein Glas brauchst du 100g junge Brennesselspitzen (Handschuhe beim Pflücken, ernsthaft), 2 Knoblauchzehen, 50g Walnüsse oder Pinienkerne, 80ml gutes Olivenöl, den Saft einer halben Zitrone sowie Salz und Pfeffer nach Geschmack.

Die Brennesselspitzen kurz in kochendem Salzwasser blanchieren, 30 Sekunden reichen, danach sofort ins Eiswasser. Ausdrücken, grob hacken. Mit allen anderen Zutaten in den Mixer, pürieren bis zur gewünschten Konsistenz, abschmecken.

Es schmeckt nach Frühling und nach etwas das noch nicht ganz zahm ist. Auf Pasta, auf Brot, auf allem. Im Kühlschrank hält es sich eine Woche.

3. Du hast eine Beziehung zur Dunkelheit, die andere nicht ganz verstehen

Persephone fürchtet die Unterwelt nicht, sie kennt sie. Das ist ein Unterschied, der alles verändert.

Menschen mit Persephone-Energie haben oft eine Ruhe in schwierigen Momenten, die andere als seltsam erleben. Wenn alle in Panik verfallen, wirst du ruhiger. Wenn etwas Dunkles auftaucht, eine schwierige Diagnose, ein Ende, eine Wahrheit die wehtut, machst du nicht zu. Du gehst rein, weil du weißt dass da drin auch etwas ist, weil du Licht kennst das anders aussieht als das oben.

Drei Tabs offen, Kaffee kalt, irgendwo klingelt was, und trotzdem diese seltsame Ruhe darunter. Du kennst das.

Die Pflanze dazu: Weißdorn

Der Weißdorn blüht erst Ende April, aber er treibt jetzt aus. Zarte hellgrüne Blättchen an den stacheligen Zweigen, die den ganzen Winter grau-braun standen. Er ist eine der ältesten Heilpflanzen Europas und gehört traditionell zu den Grenzpflanzen. Er wächst an Wegrändern, an den Übergängen zwischen Feldern, am Rand von Wäldern. In der keltischen Tradition markierte er den Eingang zu anderen Welten.

Auch für das Herz, wortwörtlich. Weißdorn stärkt den Herzmuskel, reguliert den Blutdruck und hat einen der längsten Sicherheitsnachweise unter den pflanzlichen Heilmitteln. Als würde die Pflanze zuflüstern, dass wer in der Dunkelheit war ein starkes Herz braucht für den Aufstieg.

Weißdorn-Frühlings-Tee

Einen Teelöffel getrocknete Weißdornblüten und -blätter (aus der Apotheke oder dem Reformhaus) mit 200ml heißem Wasser übergießen, das Wasser sollte etwa 85°C haben. Zehn Minuten ziehen lassen, abseihen. Optional eine kleine Scheibe frischen Ingwer dazugeben.

Das ist übrigens kein Tee für nebenbei denn Weißdorn wirkt kumulativ (sich steigernd), am besten über mehrere Wochen täglich eine Tasse, in Ruhe getrunken in einem Moment wo du kurz bei dir bist.

4. Du kehrst immer wieder zurück, auch wenn du weißt dass es nicht einfach wird

Persephone hätte in der Unterwelt bleiben können. Sie war Königin dort, hatte Macht, Stille, eine eigene Welt. Und trotzdem steigt sie auf, jeden Frühling. Nicht nur weil Demeter weint (okay, das auch). Sie steigt auf, weil sie weiß, dass ihr Aufstieg etwas in Gang setzt, das größer ist als sie.

Das kenne ich, dieses Wissen dass man zurückkehrt. Zu einer Aufgabe, einer Beziehung, einem Thema, einem Ort. Auch wenn man sich fragt warum eigentlich. Weil irgendetwas in dir weiß, dass du da noch nicht fertig bist, dass da noch etwas wartet, das nur du siehst.

Das ist Persephone die aufsteigt, und du kennst diesen Zug in dir vermutlich schon sehr lange.

Die Pflanze dazu: Bärlauch

Bärlauch ist das erste was kommt. Noch vor fast allem anderen schiebt er sich im März durch den Waldboden, leuchtend grün, breit, unübersehbar. Er riecht nach Knoblauch, schmeckt nach Frühling und markiert zuverlässig, dass hier etwas neu beginnt.

Bären, so sagt man, fressen ihn als erstes nach dem Winterschlaf, um den Körper zu reinigen, die Sinne zu schärfen, sich auf das Neue einzustellen. Ich finde das passend. Die ersten die aufwachen, fressen was zuerst kommt. Bärlauch ist für alle die nicht warten bis der Frühling offiziell bestätigt ist.

Bärlauch-Butter (laktosefrei)

Für die Butter brauchst du 200g pflanzliche Butter auf Zimmertemperatur, eine gute Handvoll frischen Bärlauch (etwa 30g), den Abrieb einer halben unbehandelten Zitrone, einen halben Teelöffel grobes Meersalz und optional einen Hauch frisch geriebene Muskatnuss.

Den Bärlauch fein hacken oder kurz in den Mixer geben, wenn man (ich) keine Lust auf Hacken hat. Mit der weichen Butter, Zitronenabrieb und Salz verrühren. Auf ein Stück Backpapier geben, zu einer Rolle formen, einrollen, mindestens eine Stunde in den Kühlschrank.

Auf frischem Brot, auf Ofenkartoffeln, auf Pasta, in Suppen. Im Kühlschrank hält sie sich zwei Wochen, eingefroren bis zu drei Monate. So hast du auch im Mai noch etwas vom März.

Solltest du ihn selber sammeln, pass bitte beim sammeln genau auf und informiere dich gut über seine giftigen Doppelgänger (z.B. Maiglöckchen).

Und jetzt?

Der März geht zu Ende. Persephone ist aufgestiegen, der Frühling hat sich tatsächlich durchgesetzt, auch wenn er zwischendurch so tat als wäre er sich nicht sicher. Die Erde riecht nach dem was kommt.

Wenn du dich in einem dieser vier Anzeichen erkannt hast, gut. Das ist hier kein Test den man bestehen oder durchfallen kann. Es ist deine persönliche Einladung, genauer hinzuschauen. Wer bin ich wenn ich zwischen den Welten stehe? Was nehme ich mit wenn ich aufsteige? Was wächst in mir gerade nach oben, so wie der Bärlauch, der nicht wartet bis es warm genug ist?

In Sagas Briefen bin ich diesen Monat noch tiefer in Persephones Welt eingetaucht. Den Link zum Newsletter findest du weiter unten. Die nächste Ausgabe kommt im April, wenn Beltane sich ankündigt und eine neue Energie anfängt sich zu zeigen.

Bis dahin, geh raus. Genieße die Fülle die sich schon ankündigt. Und wenn du Bärlauch findest, pflück ihn und fülle deine Energie Tanks auf.

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4 Anzeichen, dass du eine Persephone bist

Heute möchte ich dir vier Anzeichen mitgeben, dass Persephone dein Archetypus sein könnte, und zu jedem Anzeichen eine Pflanze. Der März bietet uns gerade genau das an, was wir brauchen. Alles frisch, alles lebendig, direkt aus der Erde. Du brauchst kein Kräuterwissen dafür. Nur eine Küche und die Bereitschaft, einmal anders durch den Wald zu gehen.

Ostara Rituale zu Persephones Rückkehr – drei zauberhafte Wege den Frühling zu empfangen

Der 20. März ist die Frühlings-Tagundnachtgleiche, einer der acht Feste des keltischen Jahreskreises, der Moment in dem Tag und Nacht sich exakt die Waage halten. Licht und Dunkel stehen gleichberechtigt nebeneinander, bevor das Licht langsam die Führung übernimmt. Wir feiern diesen Tag als Fest der Erneuerung, des Erwachens, der ersten Kraft die sich aus der Erde drückt und noch zittert vor Kälte aber trotzdem kommt.

6 geheime Symbole in Persephones Geschichte

Die Geschichte von Persephone ist voller Symbole, Zeichen, die wir übersehen, weil wir denken, wir kennen die Story schon. Aber diese Symbole erzählen eine andere Geschichte als die, die man uns beigebracht hat. Heute zeige ich dir 6 Symbole in Persephones Mythos, die du wahrscheinlich übersehen hast und was sie wirklich bedeuten, wenn wir sie mit einem wachem Blick lesen.

Über mich

Ich, Ann-Kathrin, war einmal die Frau, die in Räumen unsichtbar wurde. Die ihre Meinung schluckte, bevor sie ausgesprochen war. Die lernte, dass Liebe etwas ist, das man sich verdient durch Anpassung, durch Schweigen, durch das Verschwinden der eigenen Bedürfnisse.

Mit 23 konnte ich manchmal kaum aufstehen. Nicht weil mein Körper krank war, sondern weil meine Seele unter einem Gewicht lag, das ich nicht benennen konnte. Bis zu dem Tag, an dem ich zum ersten Mal von Coaching hörte. Von der Idee, dass Geschichten nicht festgeschrieben sind.

Heute bin ich Story Alchemistin. Ich begleite Frauen auf dem Weg von der Gefangenen zur Schöpferin ihrer eigenen Geschichte. Mit den Archetypen wilder Göttinnen als Wegweiserinnen. Mit der uralten Weisheit, dass Transformation Zerstörung verlangt.

Die alte Geschichte niederbrennen. Die neue aus der Asche erschaffen. Das ist meine Arbeit. Das ist Story Alchemie.

Und genau diesen Weg gehe ich mit Frauen, die bereit sind, ihre eigene Verwandlung zu wagen.

Sagas Briefe

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