3 Wege wie du dich selbst verführst

mit Freyas Pflanzenmagie

Letzte Woche war ich in meiner Heimat. Der Anlass war die Beerdigung meiner Oma.

Mit Tränen bin ich hingefahren und kam mit Pflanzen zurück. Thymian von meiner Cousine, Salbei von meinem Papa. Bald werde ich auch Nelken pflanzen, die Lieblingsblumen meiner Oma. Sie hatte einen riesigen Garten und ich bin mit der Nähe zur Natur aufgewachsen. Auf eine sehr leise Art lebt sie nun in mir weiter, in jeder Pflanze, die ich mir hole und mich an sie erinnert.

Beide stehen jetzt auf unserer Terrasse, der Thymian und der Salbei. Wenn ich abends mit meinem Mann dort sitze, sitzen die beiden mit uns dabei. Es ist eine seltsame Art von Trost, die ich noch nie so erlebt habe. Diese Pflanzen tragen Beziehung in sich, sie wissen aus welcher Erde sie kommen und von welchen Händen sie umgesetzt wurden. Wenn ich an ihnen vorbeigehe und über sie streiche, stehe ich gleichzeitig mit meiner Cousine im Garten und spreche mit meinem Papa, der früh versucht hatte mir gärtnern näher zu bringen...aber damals gnadenlos gescheitert ist.

Diese Woche bin ich auf eine Pflanze gestoßen, die diesen ganzen Gedanken in ein einziges Bild fasst. Die Akelei. Sie geht bei uns im Garten überall wild auf, bei meinem Vater übrigens auch (Zufall?).

Ihren Namen trägt sie vom lateinischen aquila, was Adler bedeutet. In der Antike war sie der Göttin Freya zugeordnet, weil der Adler eines ihrer Symbole ist und ihre Verwandtschaft zum Falken in ihrem Falkenfederkleid trägt. Später, als das Christentum sich ausbreitete, wurde die Akelei zur Blume der Jungfrau Maria. Aber die alte Bedeutung blieb erhalten. Symbol des Lebens das über den Tod siegt. Die Pflanze der Liebe und der Intuition. Den Planeten Venus und Merkur zugeordnet.

Verstehst du was das heißt?

Die Akelei hat für uns dieselbe Botschaft, wie meine Oma in ihrem Weiterleben durch Pflanzen. Liebe und Leben hören mit dem Tod nicht auf, sie finden andere Formen. Und wenn wir lernen die kleinen Lebewesen um uns herum, als unsere Begleiter zu sehen, werden wir nie wieder allein sein.

Ich erzähle dir das nicht zufällig. Diese Woche habe ich in mehreren Coachinggesprächen ein Thema gehabt, das mich wieder mal beschäftigt. Frauen, die sich schwer tun allein zu sein. Frauen, die sich an Beziehungen klammern, die ihnen nicht guttun, weil sie Angst vor der Einsamkeit haben. Viele halten an toxischen Verbindungen fest, weil ein oberflächliches Gefühl von Gemeinschaft besser scheint, als die Stille mit sich selbst. Sie geben ihre ganze Energie in Beziehungen, die nichts zurückgeben, außer einer Illusion.

Ich habe selbst über lange Zeit beobachtet, wie viel sich verändert, wenn man das loslässt. Wenn ich mich auf die wenigen wirklich guten Verbindungen konzentriere, werden diese tiefer und lebendiger. Andere wundervolle Menschen kommen dazu, weil ich plötzlich Raum für sie habe. Und etwas ganz Unerwartetes passiert. Ich bin nie mehr allein, auch nicht, wenn ich allein bin.

Weil ich gelernt habe meine kleinen Begleiterinnen zu sehen. Den Thymian meiner Cousine, den Salbei vom Papa, die Akelei, den Holunder am Teich. In jeder Pflanze sehe ich ein Lebewesen, mit dem ich in Beziehung stehe. Erinnerungen an meine Oma sind lebendige Fäden geworden, und die guten Freundinnen, die ich behalten habe, sind ein Reichtum, den ich täglich spüre.

Das ist die wahre Selbstverführung. Sich umgeben mit dem, was nährt, statt sich abzulenken von dem, was fehlt.

Und genau dafür sind die Pflanzen Freyas die wundervollsten Begleiterinnen. Ich möchte dir drei Wege zeigen, wie sich das anfühlen kann, und zu jedem Weg eine Pflanzenfreundin vorstellen, mit der du dich diese Woche in dich selbst verlieben kannst.

Der erste Weg geht über die Sinne, und führt dich zum Holunder

Selbst etwas zubereiten, was richtig gut schmeckt und es dann bewusst essen. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Die meisten von uns essen, während sie Mails beantworten oder Serien schauen. Wirklich für sich kochen und wirklich für sich genießen ist eine fast vergessene Kunst.

Der Holunder ist hier eine wundervolle Begleiterin. Die Holunderfrau war eine alte germanische Schutzgeistin, eng verbunden mit Freya und Frau Holle. Ihr Baum galt als das Heim der Hausgöttin und wurde seit jeher geehrt. Genau jetzt im Mai und Juni öffnen sich seine Blüten, eine flüchtige Saison voller Magie.

Geh in den nächsten Tagen raus und such dir einen Holunderstrauch. Sammle eine Handvoll Blüten am späten Vormittag, wenn der Tau weg ist. Bereite zuhause Pfannkuchen zu und lass die Blüten beim Ausbacken einfach mitlaufen. Dann der wichtige Teil. Setze dich an deinen Lieblingstisch, deck schön für dich allein. Ein Tuch, eine Kerze, ein wundervolles Glas Wasser mit Zitrone. Iss langsam.

Spüre wie der Holunder leicht im Hintergrund mitspielt und wie der Honig sich auflöst, wie die Stille sich anders anfühlt, wenn du ganz präsent bist. Willkommen bei Freyas Frühstück, und es ist Selbstverführung pur.

Der zweite Weg geht über die Worte, und führt dich zum Waldmeister und zur Akelei

Sich selbst schreiben klingt vielleicht kindisch, ist aber eine der tiefsten Praktiken der Selbstverbindung, die ich kenne. Vielleicht ein Tagebuch der Selbstwahrnehmung, vielleicht ein Liebesbrief an dich, vielleicht eine Aufzeichnung der kleinen Wunder, die dir heute begegnet sind.

Hier kommen zwei Pflanzen ins Spiel, die zusammen eine wundervolle Wirkung entfalten.

Der Waldmeister war im 16. Jahrhundert eine Heilpflanze, die zur Steigerung der Libido empfohlen wurde. In der Volksmagie gehörte er zu den Hauptbestandteilen alter Liebestränke, besonders zur Walpurgisnacht. Sein alter Name war Frauenbettstroh, weil er Wöchnerinnen heilen sollte. Uralt verbunden mit weiblicher Liebe und Sinnlichkeit.

Die Akelei verstärkt seine Kraft. Als Pflanze der Intuition, der Venus, des Lebens über den Tod hinaus, lädt sie zur tiefen Selbstwahrnehmung ein. Wenn du beide auf deinem Tisch hast, während du schreibst, schreibst du nicht allein. Du schreibst in Gesellschaft alter Schwestern.

Mach dir am Wochenende eine Tasse Waldmeister Tee. Wichtig dabei, das Kraut vorher antrocknen lassen, sonst entwickelt sich das typische Aroma nicht. Eine kleine Prise reicht völlig, Cumarin ist in größeren Mengen nicht harmlos. Stell dir eine Akelei in einem Glas daneben und nimm dann dein Notizbuch. 

Schreib was dir gerade kommt. Was du an dir lieb hast, vielleicht, eine Erinnerung, die dich diese Woche getragen hat, oder etwas das du dir selbst sagen möchtest. Schreib bis sich etwas in dir öffnet, das ist der Moment, in dem die Worte ihre Magie entfalten.

Info: Die Akelei ist giftig. Es gibt in der Naturheilkunde Rezepte für Akeleiwein, nach Hildegard von Bingen, um die Lebenskraft zu vitalisieren. Das sollte aber nur umgesetzt werden, wen man wirklich Erfahrung mit Naturmedizin hat.

Der dritte Weg geht über die Stille, und führt dich zur Rose, zur Vanille und zur Damiana

Sich selbst im Spiegel ansehen, ohne zu bewerten. Den eigenen Körper berühren wie eine Vertraute statt wie eine Kritikerin. Mit sich allein sein und es genießen, statt es zu überspielen. Das ist die schwerste der drei Übungen, weil sie ohne Ablenkung auskommt. Und genau dafür haben wir die klassischen Pflanzen der Liebenden.

Die Rose ist die Königin unter ihnen. Rosenblüten in einem Bad, wenn du eines hast, Rosenwasser auf deiner Haut nach dem Duschen, Rosenblütentee mit Honig am Abend. Seit Jahrtausenden ist sie die Pflanze der bedingungslosen Liebe und sie öffnet das Herz auf eine Art, die keine andere kann.

Die Vanille ist ihre unterschätzte Schwester. Ihr Duft im Raum, eine Vanilleschote im warmen Hafermilchschaum, ein Tropfen ätherisches Öl auf deinem Handgelenk. Sie öffnet das Herz und beruhigt das Nervensystem gleichzeitig, und ist damit die ideale Pflanze für Frauen, die immer im Alarmmodus sind.

Damiana kommt aus Mittelamerika und wird dort die Pflanze der Liebenden genannt. Sie wirkt entspannend und öffnend, ohne aufdringlich zu sein. Als Tee am Abend genossen ist sie wie eine sanfte Einladung zurück in den eigenen Körper.

Wähl eine dieser drei für diese Woche. Such dir einen Abend, in dem nichts geplant ist und mach dir die Pflanze auf deine Art zugänglich, als Tee, als Bad, als Duft. Dann sei einfach da. Mit dir, in deiner Wohnung, ohne Telefon, ohne Liste. Vielleicht im Spiegel, vielleicht im Bett, vielleicht am Fenster.

Du wirst überrascht sein wie schnell Allein-Sein in Bei-sich-Sein umkippt, wenn du dich umgibst mit dem, was nährt.

Zum Mitnehmen

Drei Wege also, drei Portale, viele Pflanzen-Schwestern. Sich selbst zu verführen ist keine egoistische Übung. Sie ist die Basis dafür, dass wir überhaupt aus Fülle in die Welt gehen können.

Der Holunder erinnert dich an deine eigenen Sinne. Waldmeister und Akelei begleiten dich beim Schreiben deiner eigenen Geschichten. Rose, Vanille und Damiana führen dich zurück in deinen Körper.

Was sie alle dir zuflüstern, ist im Grunde dasselbe. Du bist nie allein, du wurdest nie geboren, um allein zu sein. Die Welt ist voll von kleinen Lebewesen, die bereit sind dich zu begleiten.

Du musst nicht alle Pflanzen kennen, um mit ihnen Freundschaft zu schließen.

Es reicht eine. Such dir diese Woche eine aus, die dich anlacht. Hol sie dir nach Hause oder such sie draußen, stell sie in dein Sichtfeld, sprich mit ihr, wenn du Lust hast.

Du wirst merken wie sich etwas in dir verändert. Wie die Einsamkeit langsam in Verbundenheit umkippt, wie das was du als Mangel erlebt hast sich in Reichtum verwandelt.

Meine Oma wird in den Nelken weiterleben. Meine Cousine sitzt in jedem Thymianzweig auf meiner Terrasse mit am Tisch, auch wenn sie weit weg wohnt. Mein Papa greift in jedem Salbeiblatt nach mir, wenn ich darüberstreiche und erinnert mich daran, mal wieder anzurufen.

Wir sind umgeben von lebendiger Liebe, wir müssen sie nur sehen.

Willst du immer weiter glauben, dass du allein bist, sobald keine Menschen um dich sind, oder beginnst du jetzt deine Pflanzen-Schwestern zu erkennen?

Bist du bereit deine Geschichte neu zu schreiben?

Wenn du tiefer in die Welt der Liebenden eintauchen möchtest, Sagas Briefe begleiten dich durch das ganze Jahr.

P.S. Der Salbei von meinem Papa und der Thymian von meiner Cousine stehen nicht zufällig auf meiner Terrasse. Salbei war in der antiken Welt die Pflanze der Weisheit und der langen Lebenskraft, sein lateinischer Name salvare bedeutet heilen. Die Römer glaubten, wer Salbei im Garten hat stirbt nicht jung. In der Volksmedizin galt er als Pflanze der weisen Frauen, der Heilerinnen, der Mütter.

Thymian war die Pflanze der Tapferkeit und des Mutes. Ritter ließen sich im Mittelalter Thymian auf ihre Rüstungen sticken bevor sie in die Schlacht zogen. In der Antike, opferten Frauen ihm, um sich Kraft und innere Stärke zu holen. Er steht für das klare Herz, das auch dann schlägt, wenn es schwer ist.

Ein weises langes Leben und ein mutiges Herz. Das sind die zwei Pflanzen die mir meine Familie mitgegeben hat. Ich glaube kein Geschenk hätte besser passen können.

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Diese Woche habe ich in mehreren Coachinggesprächen ein Thema gehabt, das mich wieder mal beschäftigt. Frauen, die sich schwer tun allein zu sein. Frauen, die sich an Beziehungen klammern, die ihnen nicht guttun, weil sie Angst vor der Einsamkeit haben. Viele halten an toxischen Verbindungen fest, weil ein oberflächliches Gefühl von Gemeinschaft besser scheint, als die Stille mit sich selbst. Sie geben ihre ganze Energie in Beziehungen, die nichts zurückgeben, außer einer Illusion. Was wäre wenn wir es genießen könnten allein zu sein?

7 Symbole von Freya und ihre wahre Bedeutung

Brisingamen, Falkenfederkleid, Hildisvini, Folkvangr. Sieben Symbole der nordischen Göttin Freya und was sie heute für Frauen bedeuten. Was wäre wenn deine Intuition nicht Einbildung ist, sondern eine alte schamanische Tradition der Frauen? Die Seidr-Magie der Göttin Freya war eine ehrenvolle weibliche Praxis, bevor sie systematisch verteufelt wurde. Eine matriarchale Reinterpretation der alten Mythen und was wir daraus für unsere weibliche Selbstbestimmung lernen können.

5 Anzeichen, dass Freya dein Archetypus ist

Die nordische Göttin Freya wohnt in vielen Frauen, die es noch nicht wissen. In diesem Blog teile ich 5 Anzeichen mit echten Alltagsbeispielen, ob Freyas Energie auch in dir lebt. Mit der unzensierten Geschichte des Brisingamen und einer ganz neuen Perspektive auf weibliche Selbstbestimmung. Denn Selbstliebe muss nicht kompliziert sein. Manchmal sind es die kleinen Momente, in denen du dir etwas gönnst nur weil du Lust hast, in denen die nordische Göttin Freya in dir wach wird.

Über mich

Ich, Ann-Kathrin, war einmal die Frau, die in Räumen unsichtbar wurde. Die ihre Meinung schluckte, bevor sie ausgesprochen war. Die lernte, dass Liebe etwas ist, das man sich verdient durch Anpassung, durch Schweigen, durch das Verschwinden der eigenen Bedürfnisse.

Mit 23 konnte ich manchmal kaum aufstehen. Nicht weil mein Körper krank war, sondern weil meine Seele unter einem Gewicht lag, das ich nicht benennen konnte. Bis zu dem Tag, an dem ich zum ersten Mal von Coaching hörte. Von der Idee, dass Geschichten nicht festgeschrieben sind.

Heute bin ich Story Alchemistin. Ich begleite Frauen auf dem Weg von der Gefangenen zur Schöpferin ihrer eigenen Geschichte. Mit den Archetypen wilder Göttinnen als Wegweiserinnen. Mit der uralten Weisheit, dass Transformation Zerstörung verlangt.

Die alte Geschichte niederbrennen. Die neue aus der Asche erschaffen. Das ist meine Arbeit. Das ist Story Alchemie.

Und genau diesen Weg gehe ich mit Frauen, die bereit sind, ihre eigene Verwandlung zu wagen.

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