5 Anzeichen, dass Freya dein Archetypus ist

und Freyas skandalöse Geschichte

Es gibt da diese Geschichte über Freya die nie so wirklich erzählt wird in unseren modernen Märchen & Mythen Büchern. Wahrscheinlich, weil sie zu unbequem (und vielleicht aufrührerisch?) ist.

Sie geht so. Freya hört von einer Halskette. Brisingamen heißt sie, geschmiedet von vier Zwergen unter der Erde. Eine Halskette aus reinem Gold von solcher Schönheit und Magie, dass die ganze nordische Welt davon spricht. Freya sieht sie und weiß sofort, ich will sie.

Sie geht zu den Zwergen und fragt, was sie dafür haben wollen. Gold? Silber? Die Zwerge wollen kein Gold. Sie wollen etwas anderes. Sie sagen, vier Nächte. Eine Nacht mit jedem von uns.

Und Freya sagt ja.

Sie verbringt vier Nächte mit vier Zwergen, eine nach der anderen, und am Morgen des fünften Tages geht sie mit dem Brisingamen um den Hals nach Hause. Glücklich und stolz, geschmückt mit dem Schönsten was die Welt zu bieten hat.

Loki, dieser ewige Spion, beobachtet alles und petzt es Odin. In manchen Versionen wird Freya dafür beschimpft. In den ältesten Versionen, aber hebt sie nur die Schultern.

Sie hat etwas getan, was sie wollte. Sie hat etwas bekommen, was sie wollte. Sie hat es genossen. Punkt.

Das ist die Freya über die wir reden. Eine Göttin die offen vor ihren Wünschen steht. Die Se* als etwas versteht das sie macht und tut, ganz aktiv. Die ihre Erlaubnis bei sich selbst sucht und sonst nirgendwo. Die ihren Skandal feiert, anstatt zu weinen und sich zu schämen.

Sie wollte die Halskette und sie hat sie sich besorgt. Auf ihre Art. Mit dem Körper den sie sich selbst zueigen war. Und (oh wie skandalös) es war auch noch wundervoll.

Freya gehört zu den ältesten und mächtigsten Göttinnen und sie war Magierin und brachte den Asen die Seidr-Magie bei, eine Form schamanischer Frauenmagie die später systematisch verteufelt wurde. Sie reitet auf einem Wagen, der von zwei riesigen Katzen gezogen wird. Sie besitzt ein Falkenfederkleid, mit dem sie sich verwandeln und durch alle Welten fliegen kann.

Aber das Brisingamen ist die Geschichte, die alles erklärt.

In den späteren Erzählungen wurde Freya zur eifersüchtigen Liebesgöttin reduziert die ständig ihrem verschwundenen Mann hinterhertrauert. Eine wunderschöne Frau, ja, aber halt eben Frau, irgendwie nie ganz ohne den Mann an ihrer Seite.

Die ältere Wahrheit ist eine andere. Freya gehörte sich selbst. Mit allem, was dazugehört.

Und genau das macht sie für uns heute so wichtig. In einer Welt, die uns Frauen ständig erzählt hat, dass unsere Liebe etwas mit Selbstaufgabe zu tun hat, dass unsere Sinnlichkeit erst durch einen anderen legitimiert wird, dass unsere Wünsche bescheidener sein sollten, ist Freya eine Erinnerung. An eine Frau, die sich nimmt, was sie will, ohne dafür um Erlaubnis zu fragen.

Freya im Alltag

Vor ein paar Tagen war ich im Supermarkt für meine Hafermilch. Genau das und nichts anderes! Aber dann sah ich diese Erdbeeren. Riesig, dunkelrot, duftend nach Sonne. Und ich dachte, nee, brauch ich nicht, ist mir zu teuer. Drei Schritte weiter dachte ich, doch, ich brauche und will genau diese Erdbeeren. Heute. An diesem Samstag im Mai. Einfach weil sie wundervoll sind und ich es auch bin.

Ich kaufte sie und ging nach Hause, wusch sie und setzte mich an den Küchentisch, und dann aß ich sie eine nach der anderen, mit geschlossenen Augen und voller Genuss.

Ich weiß, das sind keine vier Nächte mit vier Zwergen. Aber das Prinzip ist dasselbe. Ich wollte etwas. Ich habe es mir genommen. Ich habe es genossen, ohne mich dafür zu rechtfertigen oder schlecht zu fühlen.

Auch das ist Freya. Im Kleinen (und genau dort beginnt der größte Wandel).

Und wenn ich ehrlich bin, glaube ich, dass die meisten von uns schleunigst wieder anfangen müssen Freya im Kleinen zu üben. Bei den Erdbeeren, bevor wir bei den Halsketten landen. Hier sind fünf Anzeichen dass du es schon tust und falls nicht unbedingt anfangen solltest!

1. Du gönnst dir manchmal einfach so etwas

Den teuren Kaffee am Mittwochmorgen. Die Blumen für die Küche, obwohl niemand zu Besuch kommt. Das gute Stück Schokolade, um halb neun morgens. Den Lippenstift in der Farbe, von der du dachtest, sie ist zu gewagt.

Und all das nicht zur Belohnung für etwas oder weil ein Anlass da ist. Einfach weil du gerade Lust draufhast und es dir Freude macht.

Das klingt klein, aber es ist riesig. Wir Frauen haben oft gelernt, dass wir unsere Wünsche an Bedingungen knüpfen müssen. Erst wenn ich das fertig habe… Erst wenn ich abgenommen habe… Erst wenn die Kinder größer sind… Erst wenn ich es mir verdient habe… Erst wenn jemand mir sagt es ist okay…

Freya kennt diese Logik nicht. Sie nimmt sich, was sie will, weil sie lebt und es da ist und sie sich freut. Punkt.

Wenn du dich ab und zu dabei beobachtest, wie du dir etwas gönnst und es niemandem erklären musst, nicht mal dir selbst, dann wohnt sie schon in dir.

2. Du hast Lieblingsoutfits für ganz normale Tage

Die Sachen für besondere Anlässe, in denen du dich zwängst, lassen wir mal weg. Die Klamotten in denen du jemandem gefallen willst, auch. Es geht um die Outfits, in denen du dich richtig gut fühlst, auch wenn du den ganzen Tag niemanden siehst.

Das total wilde Outfit aus Lieblingshose und Lieblingstop, die eigentlich nicht zusammenpassen, aber dir gerade die Welt bedeuten. Die guten Socken, auch wenn niemand sie sieht. Das teure Parfum, das du für dich auflegst, einfach weil du es gerne riechst und dich dabei so gut fühlst.

Erinnerst du dich an das Brisingamen? Manche Erzählungen sagen Freya habe es ständig getragen, auch zu Hause, auch wenn sie schlief. Sie trug es für sich. Sie trug es, weil das Ding wundervoll war und sie es liebte und es ihr gehörte.

Das ist ein zutiefst weiblicher Akt. Schönheit für sich selbst tragen. Es geht nicht um Bewertung. Es geht nicht um Komplimente. Es geht um diesen einen Moment: dir gefällt etwas, also trägst du es. 

Wenn du Kleidung im Schrank hast die du genau aus diesem Grund liebst, dann ist Freya nicht weit.

3. Du machst dir Zeit für deine Freundinnen, und meinst damit echte Zeit

Ich rede gerade nicht von dem schnellen Telefonat zwischen Tür und Angel. Auch nicht von der Whatsapp-Sprachi vom Auto aus.

Sondern, sie kommt rüber und ihr sitzt zwei Stunden am Küchentisch und löst gemeinsam die großen Themen des Lebens. Ihr geht zusammen spazieren ohne Zeitlimit und kommt erst zurück, wenn ihr die wichtigen Dinge wirklich besprochen habt. Ihr telefoniert abends mit einem Glas Wein (oder Kakao 😉 ) in der Hand und lacht euch durch die Stunden.

Freundschaft als bewusste Praxis.  Manchmal als Rebellion gegen die Vorstellung, dass die wichtigsten Beziehungen einer Frau die romantischen sein müssen.

Freya verkehrt in den Mythen oft mit ihren beiden Katzen, mit ihrem Bruder Freyr, mit anderen Göttinnen wie Frigga. Es gibt nirgendwo das Bild der einsamen Göttin, die nur durch ihre Liebe zu einem Mann definiert wird. Es gibt das Bild der Göttin, die in Beziehungen lebt. Vielfältig, lebendig, ineinander verwoben, mit allen möglichen Wesen, auf alle möglichen Arten.

Das ist eine wichtige Korrektur des modernen Selbstliebe-Diskurses. Selbstliebe heißt nicht sich abzuschotten. Selbstliebe heißt aus Fülle zu lieben, und das schließt andere Frauen ein. Vielleicht sind sie sogar das Wichtigste.

Wenn du deine Freundinnen genauso heilig nimmst wie alles andere in deinem Leben, wenn du dir Zeit mit ihnen genauso wichtig hältst, wie Termine im Kalender, dann lebst du Freya bereits.

4. Du hast einen wachen Blick für Schönheit, auch im Kleinen

Du bleibst auf einer Wiese stehen, weil du eine besondere Blume entdeckt hast. Du hörst auf zu sprechen, weil ein Lied im Café läuft, das dich gerade trifft. Du fotografierst dein Mittagessen, weil du selbst es so wunderschön findest, und behältst das Bild für dich. Du bückst dich nach einer Feder im Park, ohne dich umzuschauen, ob jemand komisch guckt.

Auch hier wieder Kleinigkeiten, aber es ist eine fundamentale Art in der Welt zu sein. Du bist nicht abgestumpft und nimmst dir die Erlaubnis dich an Dingen zu erfreuen, die andere übersehen oder kindisch finden würden.

Freya ist die Göttin der Schönheit, aber nicht im Glamour-Sinn. Sie ist die Göttin die Schönheit erkennt. Die in einer einzelnen Blume die ganze Frühlingskraft sieht. Die im Glanz einer goldenen Halskette, eine ganze Schöpfungsgeschichte verstehen kann. Die für eine wundervolle Halskette vier Nächte mit vier Zwergen verbringt, weil sie weiß, dass Schönheit etwas wert ist und dass sie selbst etwas wert ist und dass das Spiel zwischen beidem die ganze Magie ausmacht.

Diese wache Wahrnehmung ist eine Form der Liebe. Eine Liebe zur Welt die nichts kostet, außer Aufmerksamkeit. Und sie macht das Leben unfassbar viel reicher.

Wenn du eine von den Frauen bist, die immer wieder stehenbleiben, immer wieder schauen, immer wieder etwas Schönes mit nach Hause nehmen, dann hat Freya in dir eine Heimat.

5. Du verliebst dich ständig in irgendetwas

In ein Lied, das du gerade gehört hast und das fünfzig Mal hintereinander hören musst. In ein Buch, das dich beim Lesen so trifft, dass du es jeder Freundin schenken willst. In einen Stoff im Laden, den du anfasst und nicht mehr loslassen möchtest. In den Geruch von frischem Brot. In ein Café, das du zum ersten Mal betrittst und sofort weißt das ist meins. In eine Idee, die so groß ist, dass dir der ganze Tag damit vergeht. In einen Menschen, den du gerade kennenlernst und den du sofort ein bisschen anziehend findest, ganz egal ob das gerade in deinen Lebensplan passt oder nicht.

Diese kleinen Verliebtheiten sind das eigentliche Wesen Freyas. Die Göttin der Liebe, ist nicht die Göttin, der einen großen Liebe für immer. Sie ist die Göttin der vielen kleinen und großen Verliebtheiten, der ständigen Lust am Leben, des unaufhaltsamen Begehrens.

Ich glaube, das ist die schönste Erkenntnis dieses Mai für mich. Wir denken oft Liebe sei etwas Großes, was uns einmal im Leben passiert. Aber Freya zeigt uns, Liebe ist eine Art zu leben. Sie passiert ständig, in lauter kleinen Begegnungen, mit lauter kleinen und großen Dingen.

Eine Frau, die im Mangel lebt, fragt sich, ob sie genug bekommt. Eine Frau, die in lauter kleinen Verliebtheiten lebt, fragt sich nicht mehr. Sie ist schon mittendrin im Reichtum. Sie schämt sich nicht dafür. Sie versteckt es nicht. Sie lebt es einfach.

Wenn dir öfter passiert, dass du dich in irgendetwas oder irgendwen verliebst, klein oder groß, kurz oder lang, dann bist du Freya. Pur.

Zum Abschluss

Wenn du dich in mindestens zwei oder drei dieser Anzeichen wiedererkannt hast, dann wohnt Freya schon längst in dir. Vielleicht hast du es nur noch nie so genannt.

Was wir oft als „ich bin halt komisch“ oder „ich bin halt zu viel“ abtun, ist meistens Freya die durchscheint. Dass wir uns kleine Freuden gönnen ohne Anlass. Dass wir bewusst schöne Sachen tragen auch ohne Publikum. Dass wir Freundinnen heilighalten. Dass wir Schönheit sehen, wo andere weitergehen. Dass wir uns leicht verlieben in Dinge oder Menschen die andere übersehen oder bewerten würden.

Das ist alles Freya. Das ist alles dein Archetypus, der dir winkt. Der dich daran erinnert, dass du eine Frau bist, die sich selbst gehört. Mit allem, was dazu gehört.

Du musst Freya nicht werden. Du musst dir nur erlauben sie zu sein.

Sie ist nicht eine Frau, die du dir antrainieren musst, durch Coaching, Affirmationen und Routinen. Sie ist die Frau, die in dir wartet und schon lange nach draußen möchte. Die wilde, die freche, die sinnliche, die ehrliche.

Manchmal reichen drei Erdbeeren am Küchentisch, um sie zu rufen. Manchmal reicht ein Lieblingslied beim Aufräumen. Manchmal reicht es dir eine Halskette zu kaufen und sie zu tragen, weil du sie schön findest, ohne dich zu fragen, ob sie zum Outfit passt.

Willst du immer weiter dir das Wundervolle aufsparen für später, oder es jetzt einfach leben?

Was sagst du, bist du bereit deine Geschichte neu zu schreiben?

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5 Anzeichen, dass Freya dein Archetypus ist

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Über mich

Ich, Ann-Kathrin, war einmal die Frau, die in Räumen unsichtbar wurde. Die ihre Meinung schluckte, bevor sie ausgesprochen war. Die lernte, dass Liebe etwas ist, das man sich verdient durch Anpassung, durch Schweigen, durch das Verschwinden der eigenen Bedürfnisse.

Mit 23 konnte ich manchmal kaum aufstehen. Nicht weil mein Körper krank war, sondern weil meine Seele unter einem Gewicht lag, das ich nicht benennen konnte. Bis zu dem Tag, an dem ich zum ersten Mal von Coaching hörte. Von der Idee, dass Geschichten nicht festgeschrieben sind.

Heute bin ich Story Alchemistin. Ich begleite Frauen auf dem Weg von der Gefangenen zur Schöpferin ihrer eigenen Geschichte. Mit den Archetypen wilder Göttinnen als Wegweiserinnen. Mit der uralten Weisheit, dass Transformation Zerstörung verlangt.

Die alte Geschichte niederbrennen. Die neue aus der Asche erschaffen. Das ist meine Arbeit. Das ist Story Alchemie.

Und genau diesen Weg gehe ich mit Frauen, die bereit sind, ihre eigene Verwandlung zu wagen.

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