Die Symbole Kleopatras

Was sie wirklich bedeuten

Diese Wochenende war ich traurig, und ich weiß eigentlich gar nicht genau warum. Kennst du das? Krampfhaft hätte früher mein Kopf versucht eine Erklärung zu finden. Woher kommt das? Welcher Gedanke tut richtig weh?

Ich habe irgendwann aufgehört zu suchen. Mein Verstand hätte das so gerne, diesen einen ordentlichen Grund, den er einordnen und dann abheften kann. Aber manchmal ist die Traurigkeit einfach da, und das Klügste, was ich tun konnte, war weinen. Mehrmals. Bis wieder Platz war für etwas anderes.

Und weißt du was dabei passiert ist? Ich bin bei Isis gelandet.

Die Göttin die Kleopatra in sich sah und nach außen trug, die auch einfach getrauert hat, als Osiris ermordet wurde, die gefühlt hat und dann aufgestanden ist und angefangen hat zu suchen. Scherben zusammengesucht, über die ganze Welt, bis wieder etwas Ganzes da war.

Was glaubst du, war es Zufall, dass Kleopatra sich genau diese Göttin ausgesucht hat? Und glaubst du, dass die Symbole, die sie getragen hat, reine Dekoration waren oder vielleicht ganz genau gewählt um ihre innere Haltung auszudrücken? Sie waren Aussagen darüber, wer sie ist, was sie schützt, woran sie glaubt.

Bevor wir zu Kleopatra kommen, was ist eigentlich ein Symbol?

Ich habe diese Woche auch über Beate Sander gelesen, die Börsen-Oma, und ich sage das mit so viel Bewunderung. Eine Frau, die mit über fünfzig angefangen hat in Aktien zu investieren, mit null Vorkenntnissen, maßloser Geduld und der Bereitschaft sich immer wieder zu irren, und dann die erfolgreichste Privatanlegerin Deutschlands geworden ist.

Das ist auch ein Symbol. Das gelebte Zeichen einer Haltung, dass man weitergeht, auch wenn es langsam geht, auch wenn man gerade nichts versteht, auch wenn alle anderen schon längst wissen, wie das geht.

Kleopatras Symbole funktionierten genauso. Jedes von ihnen hat eine Haltung verkörpert, eine innere Wahrheit, die sie sichtbar machen wollte. Und da ich diese Woche sowieso schon bei Traurigkeit, Göttin und Börsen-Oma war, passt das ganz gut zusammen.

Die Uräusschlange - die Kobra die schützt

Auf Münzen aus ihrer Regierungszeit trägt Kleopatra die geflügelte Sonnenscheibe mit Uräusschlangen als Kopfschmuck. Die Uräusschlange ist eine sich aufbäumende Kobra, das Symbol pharaonischer Herrschaft, das Feuer speiende Auge des Sonnengottes, der Schutz der Götter und Könige in einem.

Aber bevor wir bei Schutz und Macht landen, möchte ich kurz innehalten. Denn die Schlange ist viel älter als Kleopatra, viel älter als Ägypten, und sie hatte, bevor das Christentum sie zum Verführer umgeschrieben hat, eine vollkommen andere Bedeutung.

Die Schlange war weibliche Weisheit. Sie häutet sich und wird neu, kennt die Tiefen der Erde, verbindet Ober- und Unterwelt. In kretischen Kulturen wurde die Schlangengöttin als Hüterin des Lebens verehrt. In griechischen Tempeln lebten heilige Schlangen als Zeichen der Heilkraft. Der Äskulapstab, das Symbol der Medizin bis heute, trägt eine Schlange, weil sie Wissen trägt, Erneuerung, prophetisches Sehen.

Die Kobra speziell stand für das innere Auge, für Klarheit, für die Fähigkeit zu sehen was andere nicht sehen. Kleopatra als Isis-Inkarnation wusste das. Die Uräusschlange auf ihrer Stirn war deshalb dreifach besetzt: Sie schützte, sie legitimierte ihre Macht, und sie zeigte, dass sie weiß. Dass sie sieht.

Es gibt eine Theorie, dass sie sogar ihren Tod als Schlangenbiss inszeniert hat, bewusst, als letzte Botschaft. Durch den Biss der Uräusschlange hätte sie in den Augen ihrer ägyptischen Untertanen eine göttliche Wiedergeburt erlebt. Die letzte Herrscherin Ägyptens als Schöpferin ihres eigenen Todesmythos. 

Der Ankh - das älteste Ja zum Leben

Das Kreuzzeichen mit dem Schlaufengriff oben. Eines der ältesten Symbole Ägyptens und es bedeutet Leben. Götter halten ihn in der Hand und reichen ihn den Menschen, halten ihn an Nasen und Münder als Hauch des Lebens.

Was viele nicht wissen, der Ankh ist in seiner Form ein weibliches Körpersymbol. Die Schlaufe oben steht für den Mutterleib, die seitlichen Arme für die Eierstöcke, der vertikale Strich für den Geburtskanal. Leben kommt durch die Frau. Das war im alten Ägypten der Kern des Symbols. Und es ist kein Zufall, dass der Ankh direkt mit Isis verbunden ist, mit ihr als Göttin der Fruchtbarkeit, der Mutterschaft, der Magie.

Kleopatra als Isis-Inkarnation trug den Ankh als Aussage, dass sie verbunden ist mit dem, was lebt, dass sie auf der Seite des Lebens steht. Und gleichzeitig als Erinnerung an die Quelle dieses Lebens.

In meiner Arbeit denke ich oft daran, wenn ich mit Klientinnen sitze. Ich versuche immer dort anzuknüpfen, wo Leben schon da ist, wo Energie schon fließt, wo etwas in der Person schon weiß, was sie will. Aufzwingen liegt mir fern, ich tauche lieber in die Welt des anderen ein und schaue von dort aus welche Richtungen sich öffnen. Das Leben suchen, wo es schon ist. Das ist Ankh-Energie.

Die Isis-Flügel - der Blick von oben

Isis wird oft mit ausgebreiteten Flügeln dargestellt, schützend, umfassend, weit. Auf ägyptischen Reliefs breitet sie die Flügel über die Toten aus, um sie zu schützen. Kleopatra hat sich in dieser Pose darstellen lassen.

Flügel bedeuten die Fähigkeit sich über die Dinge zu erheben, ohne sie zu verlassen. Den Überblick behalten, ohne abzuheben.

Beate Sander hat das auch getan. Den Geldmarkt von oben betrachtet, mit Geduld und Neugier, ohne sich von der Komplexität erschlagen zu lassen. Sie musste nicht alles auf einmal verstehen. Sie brauchte nur den Überblick, den sie gerade tragen konnte. Das finde ich sehr beruhigend.

Die Lotusblume - Wiedergeburt aus dem Schlamm

Der blaue Lotus, Nymphaea caerulea, wächst aus den schlammigen Ufern des Nils und erblüht jeden Morgen mit der aufgehenden Sonne makellos und frisch, als hätte er die Nacht schlicht vergessen. Genau das haben die Ägypter in ihm gesehen, das tägliche Wiederaufstehen des Sonnengottes Ra, der Beweis, dass das Licht immer wiederkommt, egal wie dunkel die Nacht war.

Kleopatra hat den Lotus in rituellen Zeremonien eingesetzt, für Fruchtbarkeit, für Sinnlichkeit, für die Verbindung zum Göttlichen. Er war enger mit Isis verbunden als fast jedes andere Symbol, weil er dasselbe verkörpert, was Isis verkörpert, die Fähigkeit aus dem Verlust heraus zu blühen. Dem Nefertem, dem Gott der Heilung und Schönheit, wurde er als Krone aufgesetzt.

Was mich an ihm so fasziniert ist die Kombination. Er öffnet das dritte Auge, steht für spirituelle Erleuchtung, verbindet das Physische mit dem Metaphysischen. Aber er tut das nicht trotz des Schlamms, sondern durch ihn. Er braucht das dunkle Wasser, um überhaupt blühen zu können.

Das finde ich diese Woche besonders passend. Ich war traurig, habe geweint, und dann war wieder Platz. Der Schlamm gehört dazu. 

Und jetzt?

Welches dieser Symbole spricht dich gerade an? Das passendste, auch wenn du nicht weißt, warum. Vielleicht ist das schon eine Antwort.

Willst du immer weiter Symbole als Dekoration tragen, oder fängst du heute an zu wählen, was du wirklich nach außen bringst?

Bist du bereit deine Geschichte neu zu schreiben?

Hier geht´s weiter...

Die Symbole Kleopatras & was sie wirklich bedeuten

Kleopatra hat ihre Symbole nicht zufällig getragen. Uräusschlange, Ankh, Isis-Flügel, und Lotusblume waren keine Dekoration, sie waren Aussagen über innere Haltungen, über Schutz, Leben, Weisheit und die Fähigkeit aus Verlust heraus zu blühen. In diesem Blog schauen wir uns an was diese Symbole wirklich bedeuten und was sie uns heute noch erzählen können.

Die Pflanzen der Herrscherin – Kräuter und Düfte die Kleopatra kannte

Kleopatra war eine politische Meisterin, und sie wusste etwas das viele vergessen. Menschen werden durch Atmosphäre bewegt, durch das was sie riechen, spüren, fühlen bevor sie überhaupt angefangen haben zu denken. Ein bekanntes Beispiel ist ihr Schiff. Sie soll die Segel mit Rosenöl getränkt haben, so großzügig, dass man sie schon vom Ufer riechen konnte bevor das Schiff überhaupt in Sichtweite war.

Kleopatra und Isis: Was Herrschaft wirklich bedeutet

Herrschaft. Das Wort löst bei vielen von uns ein ungutes Gefühl aus, weil wir es so oft mit Kontrolle, Dominanz und Arroganz verwechseln. Dabei hat die Herrscherin zwei völlig verschiedene Gesichter: Licht und Schatten. Was Kleopatra und Isis uns darüber lehren, wie echte Macht aussieht und wo sie wirklich beginnt, das erzähle ich dir in diesem Blog.

Über mich

Ich, Ann-Kathrin, war einmal die Frau, die in Räumen unsichtbar wurde. Die ihre Meinung schluckte, bevor sie ausgesprochen war. Die lernte, dass Liebe etwas ist, das man sich verdient durch Anpassung, durch Schweigen, durch das Verschwinden der eigenen Bedürfnisse.

Mit 23 konnte ich manchmal kaum aufstehen. Nicht weil mein Körper krank war, sondern weil meine Seele unter einem Gewicht lag, das ich nicht benennen konnte. Bis zu dem Tag, an dem ich zum ersten Mal von Coaching hörte. Von der Idee, dass Geschichten nicht festgeschrieben sind.

Heute bin ich Story Alchemistin. Ich begleite Frauen auf dem Weg von der Gefangenen zur Schöpferin ihrer eigenen Geschichte. Mit den Archetypen wilder Göttinnen als Wegweiserinnen. Mit der uralten Weisheit, dass Transformation Zerstörung verlangt.

Die alte Geschichte niederbrennen. Die neue aus der Asche erschaffen. Das ist meine Arbeit. Das ist Story Alchemie.

Und genau diesen Weg gehe ich mit Frauen, die bereit sind, ihre eigene Verwandlung zu wagen.

Sagas Briefe

Komm in meine Welt

Mein Newsletter hält dich immer auf dem Laufenden was in meiner Welt passiert. Du erfährst alles über Göttinnen, Jahreskreisfeste und erhältst exklusive Einladungen. Werde Teil meiner magischen Welt