Was Frau Holle wirklich will

und was das mit meiner Ziellosigkeit zu tun hat

Ich muss euch was gestehen. Gerade habe ich keine Ziele. Also, na ja, ich habe schon Ziele, aber keine die ich verfolge wie ein Hund einen Ball. Ich sitze hier im Sommer, die Tage sind lang, der Garten riecht nach Lavendel und irgendetwas in mir hat einfach entschieden: jetzt nicht. Jetzt einfach leben, neue Erinnerungen sammeln, Dinge tun weil sie sich gut anfühlen und nicht weil sie mich irgendwo hinbringen.

Das klingt schön, oder? Ist es auch. Und trotzdem sitzt da dieses kleine fiese Gewissen das ab und zu fragt: Solltest du nicht gerade irgendwo ankommen?

Ich kenne nämlich beide Seiten von diesem Ding. Die andere Version von mir, die ein Ziel abhakt und dabei schon das nächste im Blick hat, die kenne ich sehr gut. Das ist dieses atemlose Rennen bei dem man irgendwann aufwacht und denkt: Moment mal. Wessen Ziele verfolge ich hier eigentlich? Meine? Oder die die mir irgendwie zugeflogen sind, auferlegt von Erwartungen die ich nie wirklich befragt hab?

Und dann gibt es die andere Seite. Die sehe ich in meiner Arbeit. Menschen die so erschöpft sind, dass gar keine Ziele mehr da sind, keine Tagesstruktur, keine Routine, die einfach in einer Stille versinken die sich nach Ohnmacht anfühlt, alles andere als Ruhe. Das ist auch Ziellosigkeit, aber eine vollkommen andere.

Also wo ist die Grenze? Wann ist es Freiheit, wann ist es Fallen?

Ich glaube es geht um die Haltung. Und ich glaube, Frau Holle weiß da mehr als ich.

Eine Urgöttin, viel älter als das Märchen

Frau Holle kennst du wahrscheinlich aus dem Märchen. Goldmarie, Pechmarie, Betten schütteln, Gold und Pech. Ende. So hab ich das als Kind auch abgehakt. Aber wie bei fast allen Märchen steckt da so viel mehr drunter wenn man ein bisschen kratzt.

Frau Holle ist uralt. Viel älter als die Grimms, die das Märchen aufgeschrieben haben. Sie ist eine Urgöttin, eine Herrin der Tiefe, sie wohnt unter Seen und Brunnen und in der Erde selbst. Sie regiert den Winter, das Wasser, das Wetter, und wenn sie ihre Betten schüttelt schneit es. Kein freundliches Omas-Kissen-Aufschütteln, mehr wie eine Naturgewalt.

Sie hat viel gemeinsam mit Gaia, unserer Göttin des Monats Juni. Beide Erdgöttinnen, beide in der Tiefe zuhause, beide Herrinnen über das was wächst und das was wieder aufgenommen wird. Aber Frau Holle ist noch etwas anderes als Gaia. Gaia ist die Schöpferin, das große Urprinzip. Frau Holle ist die Hüterin des Übergangs. Sie sitzt genau an dem Punkt zwischen dem was war und dem was kommen will. Und sie stellt eine Frage, immer dieselbe: Bist du wirklich hier? Oder spielst du nur eine Rolle?

Das Märchen ist da eigentlich sehr ehrlich. Goldmarie geht in die Tiefe, tut was zu tun ist, ohne zu rechnen. Sie schüttelt die Betten weil es das Richtige ist, bäckt das Brot weil es ruft, sie ist einfach dabei. Pechmarie will die Belohnung, aber nicht das Echtsein. Und Frau Holle, diese alte kluge Erdgöttin, sieht das sofort. Natürlich. Sie kennt die Tiefe.

Warte, Rauhnächte im Sommer?

Jetzt fragst du dich vielleicht: Was haben die Sommerrauhnächte überhaupt mit Frau Holle zu tun? Rauhnächte sind doch im Winter, oder?

Ja und nein. Rauhnächte kennt man meistens als die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönig, diese Zeit außerhalb der Zeit wo der Schleier zwischen den Welten dünner wird und die Träume sich verändern. Aber im keltisch-germanischen Jahreskreis gibt es sie zweimal: zur Wintersonnenwende und zur Sommersonnenwende. Litha, der längste Tag des Jahres am 21. Juni, ist ein Wendepunkt, der genauso kraftvoll ist wie der winterliche. Ab diesem Moment werden die Tage wieder kürzer. Das Licht beginnt seinen langen Abschied. Man merkt es kaum, weil die Welt noch so warm ist und die Abende so lang, aber unter der Oberfläche dreht sich etwas.

Die zwölf Nächte nach Litha, vom ca. 21. Juni bis zum ca. 2. Juli, das sind die Sommerrauhnächte (bitte hier nicht so genau sein, es gibt verschiedene Punkte wann man sie verorten kann). Sie haben eine andere Energie als die winterlichen. Die Winterrauhnächte ziehen nach innen, nach Stille und Dunkel und Jahresschau. Die Sommerrauhnächte sind nach außen geöffnet, das Licht ist noch da, die Welt ist einladend, aber unter der Oberfläche reift schon was. Und Frau Holle, die ja in dieser Tiefe lebt, ist die perfekte Begleiterin für genau diesen Moment.

Sie kennt die Tiefe, auch wenn oben alles strahlt. Das ist ihr Superpower, wenn man so will.

Bist du eine Goldmarie oder spielst du Goldmarie?

Aber zurück zu meiner Frage, denn die lässt mich ja nicht los.

Ich glaube, was Frau Holle mich gerade fragt, ist genau das: Bist du eine Goldmarie oder spielst du Goldmarie? Ist meine Ziellosigkeit eine echte Entscheidung für das Leben jetzt gerade, oder ist es eine schöne Geschichte, die ich mir erzähle, während ich eigentlich nur erschöpft bin?

Das ist ein wichtiger Unterschied. Und ich glaube er liegt nicht in den Zielen selbst, er liegt darin, ob man bei sich ist oder eine Rolle spielt.

Ich sehe das in meiner Arbeit so klar. Wenn jemand zu mir kommt und keinen Lebenslauf mehr schreiben kann, weil sie nicht mehr wissen, was sie ausmacht oder was sie überhaupt geleistet haben in diesem Leben, das ist Ziellosigkeit als Ohnmacht. Und dann sitzen wir zusammen und schauen. Was ist gewachsen, ohne dass du es bemerkt hast? Was hast du überwunden? Was kannst du, was du nie auf eine Liste schreibst, weil es sich einfach anfühlt?

Ein Lebenslauf ist am Ende eine Kurzbiografie. Eine DIN A4 Visitenkarte auf der steht, wer du bist, und jedes wichtige Detail darf sichtbar sein und die unwichtigen darf man auch echt mal weglassen. Die Menschen die verunsichert zu mir reinkommen gehen zwei Zentimeter größer wieder raus, das spüre ich jedes Mal und es verzaubert mich noch immer, weil das kein Trick ist, sondern einfach Spiegeln: zeigen was schon lange da war.

Frau Holle macht das auch, übrigens. Auch sie spiegelt nur. Sie schüttelt keine Betten für einen Zweck. Sie tut es, weil es ihre Natur ist. Und wer ihr wirklich begegnet, wer wirklich da ist, der geht verwandelt wieder raus.

Drei Phasen, zwölf Nächte, eine Einladung

Die Sommerrauhnächte sind also keine Zeit für Jahresplanung oder große Vorsätze. Sie sind eine Einladung zum Empfangen, zum Erkennen, zum Hinaustragen. Drei Phasen, wie das Leben. Erst schauen, was das Sommerlicht dir zeigt. Dann fühlen was gerade in dir reift. Und dann entscheiden, was du mitnimmst, wenn die zwölf Nächte vorbei sind.

Das klingt vielleicht weniger aufregend als ein Manifestations-Workshop. Aber ich glaube es ist ehrlicher. Weil es mit dir anfängt, so wie du gerade bist, und nicht mit einer Idee von dir die du erst noch werden musst.

Ich gehe diese zwölf Nächte mit euch gemeinsam. Tägliche WhatsApp-Impulse, Meditationen, Geschichten, magische Tageskarten, weil es manchmal wundervoll ist, in guter Gesellschaft ins Dunkle zu gehen, auch wenn das Dunkle im Sommer nur die kurzen warmen Nächte sind und du mit einem Glas Weißwein auf dem Balkon sitzt.

Frau Holle wartet übrigens schon. Sie ist geduldig. Sie ist eine Urgöttin, die hat Zeit.

Alle Infos zu den Sommerrauhnächten findest du hier unten. Wir starten immer am 21. Juni (Für 2026 schon geschloßen).

Willst du immer weiter einem Ziel hinterherjagen das vielleicht gar nicht deins ist, oder endlich ankommen in dem, was du bereits bist?

Bist du bereit deine Geschichte neu zu schreiben?

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Frau Holle & die Sommerrauhnächte: Was sie wirklich will

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Die Erde, die Schlange, die Höhle, die Bienen, der Olivenbaum. Fünf Symbole der griechischen Urgöttin Gaia und was sie uns über Körperwissen, weibliches Erbe und die Verbindung zur eigenen Natur sagen. Mit konkreten Selbstchecks und Handlungsempfehlungen für jedes Symbol. Gaia Bedeutung, weibliche Symbole, griechische Mythologie Frauen.

Über mich

Ich, Ann-Kathrin, war einmal die Frau, die in Räumen unsichtbar wurde. Die ihre Meinung schluckte, bevor sie ausgesprochen war. Die lernte, dass Liebe etwas ist, das man sich verdient durch Anpassung, durch Schweigen, durch das Verschwinden der eigenen Bedürfnisse.

Mit 23 konnte ich manchmal kaum aufstehen. Nicht weil mein Körper krank war, sondern weil meine Seele unter einem Gewicht lag, das ich nicht benennen konnte. Bis zu dem Tag, an dem ich zum ersten Mal von Coaching hörte. Von der Idee, dass Geschichten nicht festgeschrieben sind.

Heute bin ich Story Alchemistin. Ich begleite Frauen auf dem Weg von der Gefangenen zur Schöpferin ihrer eigenen Geschichte. Mit den Archetypen wilder Göttinnen als Wegweiserinnen. Mit der uralten Weisheit, dass Transformation Zerstörung verlangt.

Die alte Geschichte niederbrennen. Die neue aus der Asche erschaffen. Das ist meine Arbeit. Das ist Story Alchemie.

Und genau diesen Weg gehe ich mit Frauen, die bereit sind, ihre eigene Verwandlung zu wagen.

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