Lughnasadh

Das Fest der ersten Ernte und die Magierin in dir

Diese Woche war ich wirklich viel unterwegs. An allen meinen Lieblingsplätzen, bei Sonne, bei Regen, bei diesem typischen Sommerwetter, das sich nicht entscheiden kann und genau deshalb so lebendig ist. Und irgendwann saß ich da, an einem dieser Orte, die mich einfach nähren, und dachte, das ist eigentlich auch eine Ernte. Kennst du das? Dieses Gefühl, wenn du an einem Ort bist, der dir guttut und etwas in dir sagt, das hier, das sammle ich ein, das nehme ich mit?

Genau darum geht es bei Lughnasadh. Und deshalb möchte ich dir heute von diesem Fest erzählen, das kaum jemand mehr kennt und das uns gerade jetzt so viel zu sagen hätte.

Was ist Lughnasadh eigentlich?

Lughnasadh, auch Lammas genannt, ist das erste von drei Erntefesten im keltischen Jahreskreis und wird traditionell in der Nacht zum 1. August gefeiert. Der Name Lughnasadh geht auf den keltischen Gott Lugh zurück, den Lichtbringer, den Meister aller Künste. Lammas wiederum kommt aus dem Angelsächsischen, von loaf mass, dem Brotfest, weil aus dem ersten geernteten Korn das erste Brot gebacken wurde.

Und das ist schon die ganze Magie in einem Bild. Aus Korn wird Brot. Aus dem was gewachsen ist wird etwas das nährt.

Im Jahreskreis steht Lughnasadh an einem besonderen Punkt. Der Sommer ist noch da, die Tage sind warm, aber das Licht hat schon begonnen sich zurückzuziehen. Seit der Sommersonnenwende werden die Tage kürzer, und jetzt, Anfang August, spürt man es zum ersten Mal wirklich. Die Natur verschenkt sich in vollen Zügen, die Felder stehen golden, das Obst hängt schwer, und gleichzeitig liegt da schon diese leise Ahnung von Herbst.

Lughnasadh fragt uns deshalb zwei Dinge. Was ist in deinem Leben gereift? Und was machst du jetzt daraus?

Die Magierin - Die Archetypin der Verwandlung

Für mich ist Lughnasadh untrennbar mit der Magierin verbunden, der Archetypin die im August durch meine Welt zieht.

Die Magierin ist die Verwandlerin. Sie nimmt was da ist und macht etwas daraus. Aus Korn Brot, aus Kräutern Medizin, aus Erfahrung Weisheit, aus Schmerz Kunst. Sie wartet nicht darauf, dass das Leben ihr etwas Fertiges liefert, sie versteht sich auf den Prozess dazwischen, auf diesen geheimnisvollen Raum, in dem aus Rohem etwas Nährendes wird.

Und sie weiß etwas das wir oft vergessen. Verwandlung braucht Hitze. Das Korn wird gemahlen, der Teig wird geknetet, das Brot muss in den Ofen. Kein Schritt davon ist bequem. Aber ohne sie bleibt das Korn einfach nur Korn.

Niki und die tanzenden Nanas

Ich habe diese Woche über Niki de Saint Phalle gelesen und ich finde sie eine ganz wundervolle Inspiration. Falls du sie nicht kennst, sie war eine französisch-amerikanische Künstlerin, die in den Sechzigern mit ihren Schießbildern berühmt wurde. Sie hat Farbbeutel unter Gips versteckt, ein Gewehr genommen und auf ihre eigenen Bilder geschossen, bis die Farbe aus den Wunden lief. Sie hat später gesagt, sie habe auf alles geschossen, was sie verletzt hat, auf die Kirche, auf die Konventionen, auf die Männer, die über sie bestimmen wollten, auf die männliche Macht selbst.

Und dann, nach all dem Schießen, hat sie angefangen die Nanas zu bauen. Diese riesigen, üppigen, tanzenden Frauenfiguren in den buntesten Farben, Frauen die Raum einnehmen, die rund sind und laut und voller Lebensfreude, Frauen, die sich für nichts entschuldigen. Aus der Wut wurden tanzende Göttinnen.

Sie hat den Schmerz nicht weggeredet und nicht schöngeredet. Sie hat ihn durch ihre Hände gehen lassen und verwandelt, wie eine Magierin. Erst das Schießen, dann das Bauen. Erst die Hitze, dann das Brot.

Wie du Lughnasadh feiern kannst

Du brauchst dafür kein Ritual-Handbuch und auch keine perfekte Zeremonie. Lammas ist ein Fest der einfachen Dinge, und vielleicht ist es gerade deshalb so kraftvoll.

Back ein Brot. Ganz klassisch, mit den eigenen Händen, und wenn es schief wird ist es trotzdem deins. Beim Kneten kannst du darüber nachdenken was dieses Jahr in dir gereift ist. Das klingt kitschig, bis man es macht, dann ist es plötzlich sehr echt. Es gibt etwas seltsam Beruhigendes daran Teig zu kneten, während man sein halbes Jahr Revue passieren lässt. Und wenn du das Brot dann isst, warm, mit Butter, vielleicht mit Honig, dann isst du buchstäblich deine eigene Ernte.

Geh an deinen Lieblingsplatz. Den einen Ort, der dich nährt, und sammle ein, was er dir gibt. Bei jedem Wetter, das gehört dazu. Nimm dir dort ein paar Minuten und schau zurück auf die Zeit seit dem Frühling, was gewachsen ist, was du gesät hast, ohne es zu merken, was sich verändert hat. Manchmal sieht man die eigene Ernte erst wenn man kurz stehen bleibt.

Deck dir einen kleinen Erntetisch. Ein paar Ähren, Sonnenblumen, das erste Obst der Saison, eine Kerze. Einfach ein Platz in deiner Wohnung der sagt, hier wird gerade etwas gefeiert. Du wirst überrascht sein, wie sehr so eine kleine Ecke die Stimmung eines Raumes verändern kann.

Teile etwas. Lughnasadh war immer auch ein Fest der Gemeinschaft, das erste Brot wurde geteilt, die Ernte gemeinsam eingefahren. Lad jemanden zum Essen ein, verschenk ein Glas Marmelade, bring der Nachbarin ein Stück deines Brots vorbei. Die Ernte gehört zuerst dir, aber wenn du satt bist, ist Teilen die schönste Form von Reichtum.

Und wenn du magst, stell dir die eine Frage, die die Magierin dir stellen würde. Was ist in meinem Leben gereift, und was mache ich jetzt daraus? Schreib die Antwort auf, auch und gerade, wenn sie klein ist.

Die erste Ernte muss nicht groß sein. Sie muss nur deine sein.

Für mehr Inspiration lade dir meinen Jahreskreisguide herunter. Den Link findest du im Button hier drunter.

Willst du immer weiter säen ohne je zu ernten, oder sammelst du heute ein was längst für dich bereit liegt?

Bist du bereit deine Geschichte neu zu schreiben?

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Lughnasadh – Das Fest der ersten Ernte und die Magierin in dir

Was ist Lammas bzw. Lughnasadh? Bedeutung, Bräuche und wie du das keltische Erntefest am 1. August feiern kannst, mit der Magierin als Archetypin an deiner Seite.

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Über mich

Ich, Ann-Kathrin, war einmal die Frau, die in Räumen unsichtbar wurde. Die ihre Meinung schluckte, bevor sie ausgesprochen war. Die lernte, dass Liebe etwas ist, das man sich verdient durch Anpassung, durch Schweigen, durch das Verschwinden der eigenen Bedürfnisse.

Mit 23 konnte ich manchmal kaum aufstehen. Nicht weil mein Körper krank war, sondern weil meine Seele unter einem Gewicht lag, das ich nicht benennen konnte. Bis zu dem Tag, an dem ich zum ersten Mal von Coaching hörte. Von der Idee, dass Geschichten nicht festgeschrieben sind.

Heute bin ich Story Alchemistin. Ich begleite Frauen auf dem Weg von der Gefangenen zur Schöpferin ihrer eigenen Geschichte. Mit den Archetypen wilder Göttinnen als Wegweiserinnen. Mit der uralten Weisheit, dass Transformation Zerstörung verlangt.

Die alte Geschichte niederbrennen. Die neue aus der Asche erschaffen. Das ist meine Arbeit. Das ist Story Alchemie.

Und genau diesen Weg gehe ich mit Frauen, die bereit sind, ihre eigene Verwandlung zu wagen.

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