Kleopatra und Isis

Was Herrschaft wirklich bedeutet

Wenn ich das Wort Herrscherin höre, sehe ich für einen Moment immer dasselbe Bild. Eine Frau, die den Raum betritt und erwartet, dass alle verstummen, mit dem Finger schnippt und Dinge passieren, Kontrolle hat über alles und jeden und das mit einer Arroganz trägt, die keinen Widerspruch duldet.

Ich finde das nicht sehr charmant. Und ich glaube ich bin damit nicht allein.

Aber ich glaube auch dass dieses Bild mit der eigentlichen Herrscherin so gut wie nichts zu tun hat. Es ist ihr Schatten. Und solange wir diese Energie mit Kontrolle und Dominanz verwechseln, werden wir sie in uns ablehnen, uns klein machen, warten, uns unterordnen, und dabei langsam das Gefühl verlieren, dass wir überhaupt das Recht haben unser eigenes Leben zu gestalten.

Was passiert, wenn Herrschaft aus Angst kommt

Die Herrscherin im Schatten herrscht aus Angst. Angst davor die Kontrolle zu verlieren, Angst davor nicht genug zu sein, Angst davor, dass ohne ihr Eingreifen alles zusammenbricht.

Nach außen sieht das oft mächtig aus. Jemand der immer das letzte Wort hat, Entscheidungen alleine trifft, weil er anderen nicht traut, Kritik als Angriff wertet und Grenzen zieht, um sich zu schützen, weil er sich selbst noch nicht gut genug kennt, um aus Klarheit zu handeln.

Kleopatra hatte diesen Schatten auch. Sie regierte in einer Zeit, wo ein falscher Schritt den Tod bedeutete, ihre eigenen Geschwister ließen Attentate auf sie verüben, und sie traf Entscheidungen die brutal waren, um zu überleben. Das ist die Herrscherin unter extremem Druck, Kontrolle als einzige bekannte Überlebensstrategie.

Aber das war tatsächlich nie das Fundament ihrer Macht. Es war eine Reaktion auf Bedrohung.

Was passiert, wenn Herrschaft aus Selbstkenntnis kommt

Die Herrscherin im Licht braucht keine Kontrolle über andere, weil sie sich selbst kennt. Grenzen setzt sie aus einem tiefen Wissen darüber, wo sie aufhört und wo der andere anfängt. Verantwortung trägt sie als Ausdruck ihrer eigenen Kraft, gibt anderen Raum zu wachsen, weil sie selbst so geerdet ist, dass sie keine Bestätigung von außen braucht.

Das ist die Kleopatra die wir vergessen, eine Frau die sieben Sprachen gesprochen hat, als erste Ptolemäerin überhaupt Ägyptisch, die sich bewusst mit Isis identifiziert hat, um das Göttliche in sich sichtbar zu machen, und die politisch so klug war, dass Männer wie Caesar und Antonius ihre Verbündeten wurden, weil sie einen Raum erschaffen, hat in dem Allianz Sinn ergab.

Gestaltungskraft, geerdet in Selbstkenntnis. Das ist Lichtherrscher-Energie.

Wie du erkennst wo du gerade stehst

Der Schatten meldet sich oft leise. Er zeigt sich, wenn du eine Entscheidung triffst, weil du Angst hast, was passiert, wenn du es nicht tust. Wenn du erschöpft bist, weil du glaubst, dass alles an dir hängt. Wenn du merkst, wie schwer es ist loszulassen, delegieren, anderen zu vertrauen.

Stell dir vor du hast eine Freundin seit Jahren. Immer wenn sie durch eine schwierige Phase geht, bist du da. Du hörst zu, du fährst hin, du schreibst lange Nachrichten mitten in der Nacht. Und dann passiert dir selbst etwas, ein schlechter Tag, eine Krise, ein Moment wo du diejenige bist die jemanden braucht. Plötzlich ist es still. Und du erzählst dir selbst, dass sie gerade viel hat, dass du ja auch nicht so bedürftig sein willst.

Irgendwo tief drin steckt da die Frage, ob du gut genug bist, um Unterstützung zu verdienen. Und die Herrscherin im Licht hätte diese Frage früher gestellt, hätte früher innegehalten und geschaut, ob das hier wirklich gegenseitig ist. Weil sie weiß, was sie braucht und weil ihr das wichtig genug ist, um es zu benennen.

Was Isis damit zu tun hat

Isis ist das mythologische Vorbild für genau diese Entwicklung. Als liebende Göttin verliert sie ihren Mann Osiris durch Verrat und Mord und steht vor dem größten Verlust ihres Lebens.

Sie sucht die Scherben seines Körpers zusammen, Stück für Stück, über die ganze Welt, und erschafft aus diesem Schmerz heraus neues Leben. Eine Göttin, die sich aufmacht und anfängt zu suchen, die durch den Verlust hindurchgeht und auf der anderen Seite etwas trägt das es vorher noch nicht gab.

Das hat Kleopatra in ihr gesehen. Die Göttin, die das Chaos durchquert, die aus dem Dunkel heraus erschafft. Die Lichtseite der Herrscherin kämpft das Chaos nicht nieder. Sie findet den Weg durch.

Was das für dich bedeutet

Herrschaft beginnt innen. Mit der Frage, ob du weißt, wer du bist, wenn niemand zuschaut. Mit dem Unterschied zwischen dem, was du tust, weil du Angst hast und dem, was du tust, weil du es wirklich willst.

Kleopatra wusste wer sie war. Deshalb konnte sie sich als Göttin verkleiden, ohne sich dabei zu verlieren. Deshalb konnte sie Räume betreten und sie verwandeln, mit einer Klarheit, die bis heute nachwirkt.

Und ich glaube diese Art von Herrschaft wartet in dir darauf entdeckt zu werden.

Willst du immer weiter Herrschaft mit Kontrolle verwechseln, oder bereit sein die Klarheit zu finden die echte Kraft ausmacht? Bist du bereit deine Geschichte neu zu schreiben?

Hast du eigentlich schon den passenden Song gehört?

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Kleopatra und Isis: Was Herrschaft wirklich bedeutet

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Über mich

Ich, Ann-Kathrin, war einmal die Frau, die in Räumen unsichtbar wurde. Die ihre Meinung schluckte, bevor sie ausgesprochen war. Die lernte, dass Liebe etwas ist, das man sich verdient durch Anpassung, durch Schweigen, durch das Verschwinden der eigenen Bedürfnisse.

Mit 23 konnte ich manchmal kaum aufstehen. Nicht weil mein Körper krank war, sondern weil meine Seele unter einem Gewicht lag, das ich nicht benennen konnte. Bis zu dem Tag, an dem ich zum ersten Mal von Coaching hörte. Von der Idee, dass Geschichten nicht festgeschrieben sind.

Heute bin ich Story Alchemistin. Ich begleite Frauen auf dem Weg von der Gefangenen zur Schöpferin ihrer eigenen Geschichte. Mit den Archetypen wilder Göttinnen als Wegweiserinnen. Mit der uralten Weisheit, dass Transformation Zerstörung verlangt.

Die alte Geschichte niederbrennen. Die neue aus der Asche erschaffen. Das ist meine Arbeit. Das ist Story Alchemie.

Und genau diesen Weg gehe ich mit Frauen, die bereit sind, ihre eigene Verwandlung zu wagen.

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