Ich stand am Ufer und starrte ins Wasser. Es war Februar, kalt, grau, und ich hatte keine Antworten. Mein Leben fühlte sich an wie ein Raum ohne Türen. Alles, was ich jahrelang aufgebaut hatte, passte nicht mehr. Aber ich hatte keine Ahnung, was stattdessen kommen sollte. Festgefahren zwischen dem, was war, und dem, was sein könnte.
Kennst du dieses Gefühl? Während ich dort stand, die kalte Luft auf meiner Haut, fiel mein Blick auf eine alte Weide. Ihre Zweige hingen bis ins Wasser. Sie berührte zwei Welten gleichzeitig. Land und Fluss. Fest und fließend. Beides. Keines von beidem. Und in diesem Moment wurde mir etwas klar.
Veränderung passiert nicht in einem großen Sprung. Sie geschieht auf Schwellen. In Übergängen. An Orten, wo sich zwei Dinge treffen. Die Weide wuchs genau dort und ich stand in meinem Leben genau mitten in dieser Schwelle. Das Alte war fort und das Neue noch nicht da.
Weil die Natur die beste Lehrerin ist, wenn es um Veränderung geht. Wir suchen nach Antworten in Büchern, Podcasts, Coaching-Sessions. Wir wollen verstehen, wie Transformation funktioniert. Wie wir das Alte loslassen und das Neue beginnen können.
Die leben es einfach. Heute möchte ich dir von zwei Bäumen erzählen, die Brigid heilig sind. Zwei Bäume, die im Februar beginnen zu erwachen. Zwei Lehrerinnen, die mir zeigten, was ich in keinem Buch fand. Die Weide. Die Birke. Beide heilen den Körper. Beide heilen die Seele. Beide zeigen uns, wie Übergang funktionieren kann. Das ist Alchemie in ihrer ursprünglichsten Form.
Die Weide wächst am Wasser. Immer am Wasser. Sie braucht diese Grenze zwischen fest und fließend. Ihre Wurzeln trinken aus beiden Reichen. Die Kelten nannten sie den Baum der Hexen. Der Heilerinnen. Der Frauen, die zwischen den Welten wandeln. Und genau das lehrt sie uns.
Nach jenem Tag am Ufer ging ich immer wieder zur Weide zurück. Ich berührte ihre Rinde. Ich saß unter ihren Zweigen. Ich beobachtete, wie sie sich im Wind bog. Die Weide bricht nicht. Sie gibt nach. Wenn der Sturm kommt, kämpft sie nicht dagegen an. Sie lässt ihre Zweige mit dem Wind tanzen. Sie weiß: Flexibilität ist stärker als Starrheit. Und genau das brauchte ich in jenem Moment. Ich hielt so krampfhaft an meinem alten Leben fest. An der Vorstellung, wie die Dinge sein sollten. An Plänen, die nicht mehr passten. Die Weide rät uns dazu loszulassen, flexibel, biegsam zu sein. Du wirst sehen, dass du nicht brichst.
Die Weide ist der Baum der Schwellen. Der Übergänge. Der Momente, in denen du nicht mehr die Alte bist, aber noch nicht die Neue. Sie lehrt…
Die Weide versteht, dass Transformation kein Sprint ist. Sie ist ein Fließen. Ein langsames Biegen. Ein Wurzeln schlagen in zwei Reichen gleichzeitig.
Weidenrinde enthält Salicin, den Vorläufer von Aspirin. Seit Jahrtausenden nutzen Heilerinnen sie gegen Schmerzen, Fieber, Entzündungen. Aber ihre wahre Medizin liegt tiefer. Die Weide heilt die Schmerzen des Übergangs. Die Entzündungen der Veränderung. Das Fieber der Transformation. Sie sagt: Ja, es tut weh. Aber du wirst nicht brechen.
Wann du ihn brauchst:
So bereitest du ihn zu:
Zutaten:
Zubereitung:
Geschmack: Bitter & Erdig.
Dosierung: 2-3 Tassen täglich bei akuten Beschwerden. Als Kur: 1 Tasse täglich für 1-2 Wochen.
WICHTIG:
Geh zu einer Weide. Wenn du keine in deiner Nähe hast, geh zu einem anderen Baum am Wasser. Nimm einen kleinen, biegsamen Zweig (am besten vom Boden, nicht vom Baum reißen). Biege ihn vorsichtig. Spüre seine Flexibilität. Während du das tust, frage dich:
Nimm den Zweig mit nach Hause. Leg ihn auf deinen Altar oder an einen Ort, wo du ihn täglich siehst. Jedes Mal, wenn du ihn anschaust, erinnere dich: Du darfst dich biegen. Du brichst nicht
Drei Monate nach meiner Begegnung mit der Weide stand ich wieder am Wasser. Aber diesmal war alles anders. Ich hatte losgelassen. Hatte mich gebogen. Hatte gelernt, auf der Schwelle zu leben. Und jetzt? Jetzt war die Frage nicht mehr „Wie halte ich das aus“, sondern „Was kommt jetzt?“ Mein Blick fiel auf eine Birke. Ihre weiße Rinde leuchtete im Licht wie eine Kerze. Wie ein Versprechen. Wie Brigids Flamme selbst. Und ich verstand die zweite Lektion.
Die Birke ist die Erste. Die Pionierin. Die Mutige. Nach einem Waldbrand, wenn die Erde verkohlt und tot aussieht, ist die Birke der erste Baum, der zurückkommt. Sie wächst auf verbrannter Erde. Sie fragt nicht: „Ist hier genug für mich?“ Sie sagt: „Ich beginne trotzdem.“
Im keltischen Alphabet ist sie Beith, der erste Buchstabe. Der Anfang. Das erste Wort nach langem Schweigen. Die Birke lehrt:
Und als ich das verstand, an jenem Tag am Wasser, wusste ich: Ich muss nicht warten, bis ich bereit bin. Ich muss nicht warten, bis alles klar ist. Ich muss nicht warten, bis die Bedingungen perfekt sind. Ich kann jetzt beginnen. Auf dieser verbrannten Erde. Mit dem, was übrig ist.
Die Birke zeigte mir: Das, was du verloren hast, war der Nährstoff für das, was kommt.
Birkenblätter und Birkensaft reinigen. Entgiften. Erneuern. Sie wirken harntreibend, blutreinigend, entzündungshemmend.
Im Frühling steigt der Birkensaft auf, voller Mineralien, Vitamine, Lebenskraft. Aber auch hier geht die Medizin tiefer. Die Birke reinigt nicht nur deinen Körper. Sie reinigt deine Geschichte. Sie wäscht das Alte fort. Sie macht Platz für das Neue. Sie sagt: Beginne neu! Auch wenn alles abgebrannt ist. Gerade dann.
Wann du ihn brauchst:
So bereitest du ihn zu.
Zutaten:
Zubereitung:
Geschmack: Mild. Leicht süßlich. Frisch.
Dosierung:
WICHTIG:
Von Mitte Februar bis April, wenn die Birke erwacht, steigt ihr Saft auf. Das ist der Moment, in dem du ihn zapfen kannst.
WICHTIG: Zapfe nur von deinem eigenen Baum oder mit ausdrücklicher Erlaubnis des Besitzers. Bäume können durch falsches Zapfen Schaden nehmen.
Wie du Birkensaft zapfst (verantwortungsvoll):
Wie du Birkensaft verwendest:
Der Birkensaft ist ein uraltes Schönheitselixier. Die Kelten nannten ihn „Wasser der Jugend“.
Das ist ein kraftvolles Ritual für Neuanfänge. Mach es, wenn du bereit bist, wirklich loszulassen.
Was du brauchst:
So gehst du vor:
Schreibe auf, was sterben darf. Was verbrannt werden soll. Was du nicht ins neue Kapitel mitnehmen willst.
Beispiele:
Beide Bäume sind Brigid heilig. Das ist kein Zufall. Brigid ist die Göttin der Schwellen. Der Übergänge. Der Momente, in denen sich etwas verwandelt. Die Weide wächst auf Schwellen. Zwischen Wasser und Land. Die Birke wächst nach der Zerstörung. Auf der Schwelle zwischen Tod und Neugeburt.
Beide erwachen im Februar, zu Imbolc, wenn Brigid zurückkehrt. Als wären sie ihre Boten. Ihre Stimme in der Stille des Winters. Und beide lehren uns dasselbe.
Dass Transformation ein Prozess ist. Keine Explosion.
Erst die Weide. Lerne, dich zu biegen. Lebe auf der Schwelle. Lass die Flexibilität zu. Dann die Birke. Wenn du bereit bist, beginne. Auch auf verbrannter Erde. Gerade dort. Das ist die Alchemie, von der ich spreche. Die Verwandlung von Blei in Gold. Von Festgefahren in Fließend. Von Verbrannt in Neu. Die Bäume zeigen uns, wie es geht.
Es ist jetzt ein Jahr her, dass ich an jenem Ufer stand. Heute schreibe ich dir diese Zeilen. Ich habe meine Marke neu benannt, das jetzt Story Alchemistin heißt. Heute begleite ich Frauen auf genau diesem Weg, den die Bäume mir zeigten. Von festgefahren zu fließend. Von verbrannt zu neu.
Die Weide zeigte mir, wie weit ich mich biegen kann, ohne zu brechen. Die Birke lehrte mich zu beginnen, auch wenn die Erde noch schwarz ist. Beide erinnerten mich daran, dass Transformation nicht in deinem Kopf geschieht. Sie geschieht in deinem Körper. In der Natur. In Tassen voll bitterem Tee. In Ritualen bei Bäumen.
Ich lade dich ein zu einem Experiment. Diese Woche: Geh raus. Such dir eine Weide oder eine Birke. Oder beide, wenn du mutig bist. Berühre die Rinde. Lehne dich an den Stamm. Schließe die Augen. Drei tiefe Atemzüge. Frage den Baum: „Was willst du mir zeigen?“ Und dann, wenn du nach Hause kommst, mach dir einen Tee. Weide, wenn du auf einer Schwelle stehst. Birke, wenn du bereit bist für einen Neuanfang. Beide, wenn du gerade alles gleichzeitig brauchst.
Zünde eine Kerze an. Vielleicht spielst du Musik dabei. Vielleicht sitzt du einfach nur da und fühlst. Denn das hier ist keine düstere Arbeit. Das ist Verbindung. Das ist die Freude, Teil von etwas Größerem zu sein. Die Bäume erwachen gerade. Sie strecken sich. Sie bereiten sich vor auf das, was kommt. Es ist Zeit mitzuerwachen.
Brigid spricht durch ihre Bäume. Und was sie sagt, ist einfach: Du gehörst hierher. Du bist verbunden. Du bist lebendig. Und Transformation ist dein Geburtsrecht.
Die Weide und die Birke wachsen nicht zufällig dort, wo sie wachsen. Die Weide braucht die Schwelle. Die Birke braucht die verbrannte Erde. Ohne die Schwelle würde die Weide nicht ihre Flexibilität entwickeln. Ohne das Feuer würde die Birke nicht als Erste wachsen. Der Ort, an dem du jetzt stehst, ist nicht falsch. Er ist genau richtig.
Vielleicht stehst du auf einer Schwelle wie ich damals am Ufer. Dann ist die Weide bei dir. Vielleicht stehst du auf verbrannter Erde und fragst dich, wie es weitergehen soll. Dann ist die Birke bei dir. Vielleicht bist du mitten in beidem. Dann sind beide bei dir. Die Bäume warten. Sie haben Zeit. Sie haben Geduld. Sie haben Vertrauen.
Und sie lehren uns: Du wirst nicht brechen. Du wirst nicht untergehen. Du wirst wachsen. Genau dort, wo du bist.
Ich, Ann-Kathrin, war einmal die Frau, die in Räumen unsichtbar wurde. Die ihre Meinung schluckte, bevor sie ausgesprochen war. Die lernte, dass Liebe etwas ist, das man sich verdient durch Anpassung, durch Schweigen, durch das Verschwinden der eigenen Bedürfnisse.
Mit 23 konnte ich manchmal kaum aufstehen. Nicht weil mein Körper krank war, sondern weil meine Seele unter einem Gewicht lag, das ich nicht benennen konnte. Bis zu dem Tag, an dem ich zum ersten Mal von Coaching hörte. Von der Idee, dass Geschichten nicht festgeschrieben sind.
Heute bin ich Story Alchemistin. Ich begleite Frauen auf dem Weg von der Gefangenen zur Schöpferin ihrer eigenen Geschichte. Mit den Archetypen wilder Göttinnen als Wegweiserinnen. Mit der uralten Weisheit, dass Transformation Zerstörung verlangt.
Die alte Geschichte niederbrennen. Die neue aus der Asche erschaffen. Das ist meine Arbeit. Das ist Story Alchemie.
Und genau diesen Weg gehe ich mit Frauen, die bereit sind, ihre eigene Verwandlung zu wagen.